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Perserkätzchen mit Näschen

Langhaarkatzen – von der frühen Angorakatze bis zur vollendeten Perserkatze





Im Jahre 1626 konnte der italienische Forschungsreisende Pietro de la Valle den erstaunten Römern von einer grauen Katze berichten, die wundervoll feines, seidiges, langes Fell hatte und einen entzückenden Eichhörnchenschwanz. Ob er einige dieser Katzen aus der persischen Provinz Chorasan mit nach Rom brachte, ließ sich nie nachweisen.



Bereits für das frühe 13. Jahrhundert ist eine jährliche „Angorakatzenausstellung“ in Ardabil, der Hauptstadt Aserbaidschans verbürgt. Katzenliebhaber fanden dort die hübschesten Exemplare dieser Gattung, heißt es. Im 18. Jahrhundert erscheinen langhaarige Angorakatzen verschiedentlich in französischer und italienischer Literatur. In der berühmten Naturgeschichte Buffons wird die Angora-, neben der Perser- und der Kartäuserkatze ausdrücklich erwähnt.



Die Angora- oder Ankarakatze wird heute noch getreu ihren ursprünglichen Erscheinungsbild in den Zoologischen Gärten von Istanbul und Ankara gezüchtet. Sie ist eine langgestreckte Katze, mit fließendem, seidigem Fell, einer geraden Nase und mittelgroßen Ohren. Relativ wenige Ankarakatzen befinden sich in Privathand. 1963 bekam die Familie des Colonel Grant die Erlaubnis, ein Pärchen mit in die USA zu nehmen.

Ankarakatzen sind in der Regel weiß mit bernsteinfarbenen oder blauen Augen bzw. odd-eyed. Die weiße Fellfarbe ist dominant.

Die Ankarakatze ist die Nationalkatze der Türkei. Sie wird als eine überraschend aktive, anhängliche, kleine Persönlichkeit gerühmt, die sich durch gelegentliche Temperamentausbrüche effektvoll in Szene zu setzen versteht.

Die Entwicklung der Perserkatze ist vollkommen konträr verlaufen, obwohl wir annehmen müssen, dass Angora- (also Ankarakatze) und Perserkatze nicht nur rein geographisch miteinander verwandt waren.

Wenn man die frühen Abbildungen heranzieht, dann stimmen beide noch bis Ende des vorigen Jahrhunderts im Habitus weitgehend überein. Höchst wahrscheinlich waren sie auch im Temperament noch nicht so grundlegend verschieden wie heute.

Das Erscheinungsbild der Angora-, bzw. Ankarakatze wurde konserviert, soweit es möglich war originalgetreu erhalten. Die Gestalt der Perserkatze hat hingegen eine wahre Metamorphose über sich ergehen lassen müssen. Man ist versucht zu sagen, sie ist dem menschlichen Ideal von einer weichen, runden, sanften Schmusekatze mit fulminanten Pelz zum Opfer gefallen.



Begonnen hat die konsequente, selektive Zucht vor rund 100 Jahren. Harrison Weir entwarf den ersten Rassestandard für diese Langhaarkatze. Er organisierte auch die erste Rassekatzenausstellung der Neuzeit, die 1871 im Crystal Palace zu London stattfand.

Das Ideal, das dem Menschen in Bezug auf das äußerer Erscheinungsbild der Perserkatze vorschwebt, wird von den Psychologen und Verhaltensforschern gerne als „Kindchenschema“ bezeichnet. Alles an dieser Katze ist weich, wollig und rund. Das spricht das Schönheitsempfinden und die Beschützerinstinkte gleichermaßen an.

Darüber hinaus wird sehr leicht vergessen, dass wir in der Perserkatze kein ewiges Katzenkind vor uns haben.

Im Gegenteil, Perserkatzen sind ausgeprägte Persönlichkeiten und große Individualisten, mit ganz differenzierten Temperamenten.

Sie ist auch kein lebendiges Sofakissen. Sie ist keine überschwängliche Katze, Sie drängt ihre Gunst nicht auf. Sie ist vorsichtig im Umgang mit Menschen – ein ganz einfacher Grund ist zum Beispiel, dass jeder Perserkatzennarr, der einen seiner Lieblinge zur Siesta auf den Schoss hebt, ganz automatisch beginnt, Kletten aufzubosseln. Eine Handlung, die die Perserkatze absolut nicht schätzt. Ist der Mensch geschickt, dann ziept es nur – geht er dilettantisch vor, dann verursacht er der Katze Schmerzen. Auf jeden Fall ist es eine sich laufend wiederholende Enttäuschung für sie, wenn eine Schmusestunde so beendet wird. Dabei ist gerade sie die Katze, die total auf den Menschen angewiesen ist. Und wer gewillt ist, Zeit, Geduld und Ruhe zu investieren, der findet in der Persrekatze einen prächtigen, ausgeglichenen Hausgenossen, der auch hin und wieder mit beachtlicher Geschwindigkeit den Kratzbaum entert. Wer mit einem Perserkätzchen glücklich werden will, muss unbedingt darauf achten, dass es nicht aus einem unpersönlichen Großzwinger stammt. Das Kätzchen muss seit Babytagen an die komplizierte Fellpflege gewöhnt sein.

Besonders die Kater sind charmante, selbstbewusste Begleiter, mit angenehmer leiser Stimme. Sie schätzen die Nähe des Menschen und ein ruhiges Gespräch.

Eine Perserkatze hat nicht die enervierende Neugier einer Orientalin, die jeden Gegenstand bis ins Detail auseinanderpflücken möchte.



Durch die stark selektive Zucht, mit dem Ideal des extrem verkürzten Profils, haben sich leider auch negative Verformungen des Skeletts eingeschlichen, die das Wohlbefinden und die Gesundheit eines betroffenen Tieres erheblich beeinträchtigen.

Die fehlerhafte Zahnstellung mit Über- oder Unterbiss bewirkt, dass die Tiere nicht mehr in der Lage sind, Beute zu fangen, noch können Kätzchen ihre Jungen abnabeln. Bei einigen Tieren gibt es keinen korrekten Kieferschluss mehr. Die kleine Zungenspitze hängt beständig aus dem Mäulchen.

Sehr viele Perserkatzen leiden und beständig tränenden Augen. Ihre Tränenkanäle sind so verkürzt, dass die Tränenflüssigkeit nicht mehr auf natürlichem Wege abfließen kann. Das führt zu hässlichen braunen Absonderungen, die, wenn die Augen nicht so sorgfältig täglich gereinigt werden, deutliche Tränenrillen hinterlassen.

In extremen Fällen sind auch die Näschen so verformt, dass die Tiere mit Atembeschwerden zu kämpfen haben.

Es wäre ein großer Verdienst der Zuchtrichter, wenn diese sich innerhalb der FIFe endlich darauf einigen könnten, diesen „Übertyp“ nicht mehr zu bevorzugen, geschweige denn, ihm irgendwelche Titel zuzusprechen.




Eingetragen von...
Name : Claudia Schellhammer
Mein Link: http://www.kuschelperser.de

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