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Rassebeschreibung
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Ocicat

Ocicat
Der "Ozelot" unter den Hauskatzen


Der Name Ocicat ist genauso ein Kunstprodukt wie die Rasse selbst. Ursprünglich wollte man eine Siam mit Abessiniertabby in den Abzeichen erzüchten. Das war so Mitte der 60er Jahre. Dabei fiel ein Kater, der mit seinem Aussehen einerseits an die gerade neu beschriebene Egyptian Mau erinnerte und andererseits in Farbe und Zeichnung wie ein kleiner Ozelot aussah. Tonga, so wurde der kleine "Zufall" genannt, war schon mit der Auflage zur Kastration verkauft, legte dann aber doch den Grundstein zu einem Zuchtprogramm für getupfte Katzen orientalischen Typs mit der Bezeichnung Ocicat.

Tonga und die ersten Ocicat waren noch sehr feingliedrig und von deutlich orientalischem Typ. Er hatte zimtfarbene Tupfen und Markierungen auf elfenbeinfarbenem Grund. Um die Zeichnung zu stabilisieren und eine größere Farbenvielfalt zu erreichen, wurden andere Rassen und vor allem American Shorthair in die Ausgangsrassen Abessinier und Siam eingekreuzt.

Heute haben die Ocicat einen großen, starken und muskulösen Körper, der trotzdem den Eindruck einer schlanken Katze vermittelt. Sie bringen durchschnittlich 5,5 bis 7 kg auf die Waage. Der Kopf ist leicht keilförmig. Die Nase soll kurz und gerade sein. Der Mund ist sehr breit. Die Augen sind groß, mandelförmig und stehen etwas schräg. Eigentlich sind alle Farben von Kupfer bis Blaugrün erlaubt, hauptsache sie harmonierten mit der Fellfarbe. Natürlich wird grün immer bevorzugt, weil es das wildkatzenartige Aussehen unterstreicht. Die Ohren sind mittelgroß und bilden mit den Außenkanten des dreieckigen Kopfes eine gerade Linie. Ohrbüschel sind erwünscht. Die Beine sind mittellang und kräftig, die Pfoten oval. Der Schwanz ist lang und sanft zugespitzt.

Das Fell ist kurz, fein und eng anliegend. Jedes Haar ist mit mehreren Farbbändern getickt, analog der Tatsache, daß es sich bei den Tupfen um eine Variante der Tabby-Zeichnung handelt. Das Tabby-Gesicht trägt ein "M" auf der Stirn. Auf dem Kopf beginnen mehrere Linien, die sich zwischen den Ohren bis zum hinteren Nacken fortsetzen und dann in den Aalstrich entlang der Wirbelsäule übergehen. Der Aalstrich löst sich idealerweise in verlängerte Tupfen auf und ist erst ab der Hüfte bis zur dunklen Schwanzspitze durchgehend. Vom äußeren Augenwinkel bis zum Hinterkopf und von der Wangenmitte aufwärts vervollständigen zwei Linien die Gesichtszeichnung. Augen und der rosa Nasenspiegel sind in der Farbe der Zeichnung umrandet.

Es sollen immer mehrere Halsketten vorhanden sein. Die Schultern sind gestreift oder getupft, die Beine beringt. Die Hüften und Oberschenkel sind ebenfalls gestreift oder getupft. Die Beinzeichnung muß nicht gegenseitig übereinstimmen. Die Tupfen am Körper sind von unterschiedlicher Größe können verschiedene Umrisse haben, müssen aber immer deutlich voneinander getrennt sein. Der Bauch weist zwei Reihen von "Westenknöpfen" auf. Der Schwanz ist stark beringt.

Noch einmal zurück zum Anfang: Man wollte eine Siam mit Abessinier-Tabby in den Abzeichen. Dazu wurde aus einer Verpaarung zwischen Abessinier und Sealpoint-Siam ein Abessinierkätzchen als Träger des Maskenfaktors und mit getüpfelter Geisterzeichnung ausgewählt. Dieses wurde mit einem Chocolatepoint-Siam gekreuzt und in diesem Wurf befand sich neben Siam mit Abessinier-Tabby, Sealpoint, Chocolatepoint, einfarbigem Schwarz und einfarbigem Chocolate auch Tonga mit seinen zimtfarbenen Tupfen auf elfenbeinfarbigem Grund. Das war 1964. Auf diesen Grundlagen wurde bis 1966 ein Zuchtprogramm entwickelt und der CFA als Ocicat-Zucht gemeldet. Zur Typverbesserung und Erweiterung der Farbenvielfalt wurden immer wieder American Shorthair eingekreuzt. Nicht zuletzt auch, um den "Silberfaktor", oder besser Melanin-inhibitor (I) in der Ocicat-Zucht zu etablieren.

Die weltweite Anerkennung der Ocicat als eigenständige Rasse kam nur zögernd voran, vielleicht auch wegen der großen Ähnlichkeit mit der Egyptian Mau, die sich ebenfalls um den Champion-Status bewarb. 1984 wurde die Ocicat in Europa anerkannt, in den USA erst drei Jahre später. Damit verbunden ist die Auflage, nur noch Abessinier einzukreuzen, und das auch nur zeitlich begrenzt. Heute werden die Ocicat in zwölf Zeichnungs-Farben gezüchtet: tawny (=schwarz), blau, chocolate, lavender, cinnamon, fawn und die jeweils dazugehörigen silbernen Varianten. Neuerdings ist noch rot (=orange) dazugekommen, aber dieser Farbe fehlt noch die weltweite Anerkennung.

Man muß sich darüber im klaren sein, daß die Ocicat ein Hybride aus Abessinier und Siam ist. Dazu sind noch verschiedene andere Rassen eingekreuzt. Die Zucht ist noch zu jung, um stabil zu sein. Die Würfe sind dann auch häufig recht bunt, nicht nur von den Farben, sondern ebenso von den Typen und Rassen her. So muß man schon zufrieden sein, wenn aus einer Verpaarung zwischen zwei Ocicat wenigstens einige wenige Ocicat im Wurf liegen. Fast häufiger fallen die Ursprungsrassen. Aber die Ocicat sind liebenswerte, freundliche, anhängliche und verschmuste Geschöpfe, etwas wild in der Jugend, ruhiger im Alter. Eine Ocicat verlangt die ganze Aufmerksamkeit ihrer Mitbewohner und soll deshalb auch möglichst nicht alleine bleiben. Gerade weil sie so ein guter Hausgenosse ist, lohnt es sich, die Rasse weiter zu stabilisieren. Dazu braucht es aber Züchter mit Enthusiasmus und Geduld und natürlich auch Liebhaber, die sich mit einer Ocicat als Mitbewohner anfreunden können.


Eingetragen von...
Name : Roland Fahlisch
Mein Link: http://www.katzenvilla.de

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