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Rassebeschreibung
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Russisch Blau

Russisch Blau - Plüsch mit Silberschimmer

Den Untertitel habe ich einer Kurzbeschreibung der Anfang 1994 gegründeten "Internationalen vereinsunabhängigen Interessengemeinschaft für Russisch Blau Rassekatzen" entnommen, die mir freundlicherweise durch ihren Vorsitzenden, Herrn Schubert, einiges Informationsmaterial für diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat.
Die Russisch Blau ist eine sehr alte Rasse, die immer nur von einer kleinen Gruppe von Liebhabern gezüchtet wurde. Sie findet allerdings jetzt immer mehr Anhänger. Um die Ursprünglichkeit dieser neben Kartäuser und Korat wohl ältesten blauen Kurzhaar-Rasse zu erhalten, ist eine Interessengemeinschaft sicher ein guter Weg und auch für andere Rassen wünschenswert. Leider wird der dazu nötige Enthusiasmus all zu oft durch Vereinsinteressen und/oder unnötiges Konkurrenzdenken gebremst.
Aber lassen wir das und wenden wir uns unserem eigentlichem Thema zu, dem "Plüsch mit Silberschimmer". Zur Beschreibung dieser Rasse zitiere ich teilweise einen mir vorliegenden Text von Frau Nattrodt, denn besser kann man die Russisch Blau in ihrem aktuellen Erscheinungsbild nicht charakterisieren.
Die Russisch Blau ist eine mittelschwere Katze mit einem schlanken eleganten Körperbau auf hohen Beinen und schmalen ovalen Füßen, deren Fußballen rosenholz- bis lavendelfarbig sind. Der Schwanz ist mittellang und spitz zulaufend. Sie hat das typisch dichte Fell der nordischen Tiere und auch deren dunkle Hautfarbe, was bis zu einem gewissen Grad zur Erhaltung der Körperwärme beiträgt. "Das blaue Fell birgt eine Besonderheit. Die Unterwolle hat, im Gegensatz zu allen anderen Rassen, die gleiche Länge wie das Deckhaar. Es ist dadurch sehr dicht und weich. Es steht etwas vom Körper ab und bleibt auch hochstehen, wenn man mit der Hand gegen den Strich fährt. Den Silberschimmer erhält es durch die Silberfärbung der Spitzen, das Tipping." Dies wir um so deutlicher, wenn man die Russisch Blau mit dem Kartäuser vergleicht, die durch die Europäische Hauskatze miteinander verwandt und doch so verschieden sind. Sie haben beide die gleiche Fellfarbe und sind beide silbergetippt. Und da fangen die Unterschiede schon an. Während man beim Kartäuser das Tipping zurückdrängen möchte, soll bei der Russisch Blau das sowieso schon stärkere Tipping als typisches Merkmal erhalten bleiben. Beim Kartäuser ist das Deckhaar länger als das sehr dichte Unterfell. Das Deckhaar steht aufrecht und hat dadurch einen samtartigen Charakter. Das sogenannte "doppelte" Fell des Blauen Russen ist kürzer und erweckt durch die gleiche Länge von Deckhaar und Unterwolle den Eindruck, es sei geschoren. "Die Augenfarbe bildet durch das lebhafte Grün einen reizvollen Kontrast zu dem blauen Fell. Die Nase mit ihrem blaugrauen Nasenspiegel ist gerade, ohne Stop und bildet zum flachen Schädel hin einen leichten Winkel. Durch die auseinander stehenden", leicht mandelförmigen "Augen, den ausgeprägten Schnurrhaarkissen und den großen, vertikal zum Kopf stehenden Ohren, hat man den Eindruck, einer Katze ins Gesicht zu blicken, die Schmusekatze und Raubkatze in einem ist."
Um die Herkunft der Russisch Blau ranken sich verschiedene Geschichten und Legenden. Ursprünglich war und ist sie im hohen Norden zwischen Schweden und Sibirien zu finden. Allerdings gibt es dort auch schwarze und weiße Katzen des gleichen Typs. Denn blau ist die Verdünnung der Grundfarbe Schwarz und Weiß kommt nahezu bei allen Hauskatzen vor. Die ursprüngliche russische Katze ist ja keine Zuchtform, sondern eine ländliche Katze, deren Aufgabe es war, Mäuse zu fangen. Für den russischen Bauern war die Farbe egal, solange sie tat, was man von ihr verlangte. Aber Ende des 19. Jahrhunderts waren blaue Katzen sehr beliebt, auch am Zarenhof und bei Königin Victoria in England. So ist es nur verständlich, daß die ersten Zuchtkatzen aus den russischen Gefilden blau waren. Vor kurzem hat man begonnen, Russisch Weiß und Russisch Schwarz zu züchten. Aber dies sei nur am Rande erwähnt, bleiben wir der Russisch Blau.
1860 soll die erste Katze mit struppigem blauen Fell und korpulenter muskulöser Statur durch Matrosen aus der Hafenstadt Archangelsk nach England gebracht worden sein. Über die Augenfarbe wird nichts gesagt, aber die ersten 1880 ausgestellten Archangelsk-Katzen, wie sie damals hießen, hatten wohl wie ihre Vorfahren hellorange oder gelbe Augen. Bis zum Jahre 1912 konkurrierten diese Katzen auch unter den Bezeichnungen "Spanische Blaukatze" oder "Malteserkatze" mit den kräftigeren Britisch Blue. Erst dann erfolgte die Trennung in Britisch Blue und Foreign Blue und 1939 sind die ersten Eintragungen unter Russisch Blau im britischen Zuchtbuch zu finden. Der 2. Weltkrieg setzte der gerade aufblühenden Russisch-Blau-Zucht ein jähes Ende und die Rasse war, wie viele andere auch, vom Aussterben bedroht.
Um eine neue Zuchtbasis zu schaffen, aber auch um die grüne Augenfarbe zu verbessern, wurden Siamesen eingekreuzt. Liest man den aus diesen "Experimentalzuchten" entwickelten Standard von 1952, würde er eher auf einen blauen Siamesen oder auf eine blaue orientalisch Kurzhaar zutreffen. Dieser Standard veranlaßte viele Züchter Siamesen einzukreuzen und damit wurde der Typ der ursprünglichen Archangelsk-Katze bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Außerdem verschwand das einzigartig schöne Fell. Nur ein Gutes blieb zurück, die besseren grünen Augen. 1965 schlossen sich einige britische Züchter zusammen und erstellten einen neuen Standard. Die spezielle Fellqualität wurde hervorgehoben und der Siam-Typ als unerwünscht bezeichnet. Das spezielle Profil und die ausgeprägten Schnurrhaarkissen wurden neu aufgenommen. Damit näherte man sich beachtlich dem auch heute noch gültigen Zuchtziel: Eine Katze wie der ursprüngliche Archangelsk-Typ mit einem allerdings besseren Fell.
Damit hatte man ungewollt schon wieder ein Problem aufgeworfen. In den verschiedenen Ländern hatten sich mit der Zeit unterschiedliche Typen von Russisch Blau entwickelt. In England selbst war der Körper kompakter geworden, die Augen waren schmal und die Ohren standen eng beieinander. In Skandinavien waren rundere Köpfe und eine dunklere Fellfarbe bevorzugt. In Amerika waren die Russisch Blau schlanker, die Augen runder und die Ohren tiefer gesetzt, obwohl sich der Zuchtbestand auf erst in den 50er und 60er Jahren aus England und Schweden importierten Tieren gründete.
Die Öffnung des Ostens Ende der 80er Jahre stellte eine neue Chance dar, die Russisch Blau wieder zu ihrem dem ursprünglichen Aussehen zurückzuführen. Der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit, gute Zuchttiere aus dem Ursprungsland zu Importieren, haben die Russisch Blau zu dem werden lassen, was sie heute ist und was sie auch in Zukunft bleiben sollte: Eine Archangelsk-Katze, aber im "Plüsch mit Silberschimmer".


Eingetragen von...
Name : Roland Fahlisch
Mein Link: http://www.katzenvilla.de

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